Vegas-Highlights 2017: Reisebericht eines Zockers

Reiseberichte gibt es wie Sand am Meer. Aber wer den Zauber eines wahren Zockers erleben möchte, wird heute nicht zu kurz kommen. Bereits zum fünften Mal bereiste unser Experte im vergangenen Jahr Las Vegas und teilt uns heute seine Highlights mit.

Ein Gastbeitrag von Radek Vegas

Direktflug mit Condor

Vier Mal war ich bereits in Las Vegas (2007, 2010, 2013 und 2015). Immer waren es richtige Ochsentouren um von München dorthin zu kommen. Ein Trip dauerte mit allem drum und dran rund 24 Stunden: Zum Flughafen fahren, zwei Stunden warten, zehn Stunden fliegen, wieder warten, umsteigen, nochmal fliegen, aufs Gepäck warten und mit dem Taxi zum Hotel fahren.
Seit 2017 bietet Condor allerdings Direktflüge von München an, so dass man die Reisezeit erheblich verkürzen kann. Preislich sind die Flüge auch nicht viel teurer als die ewig langen Billig-Flüge über New York oder Atlanta.

Enttäuschung im Hotel

Über Expedia haben wir Flug und Hotel für rund 900 Euro gebucht. Hinzu kamen allerdings noch ca. 120 Euro pro Person für diese leidige Resort Fee (35 Dollar pro Nacht). Und das, obwohl das Monte Carlo Hotel und Casino (Stand 2017) alles andere als ein Resort ist. Es ist eine heruntergekommene Bruchbude, die keine vier Sterne verdient. Während unseres einwöchigen Aufenthalts wurden wir mehrmals von Vorschlaghammern aus dem Bett katapultiert. Nicht so angenehm, wenn man gerade erst nach einer durchzockten und durchzechten Nacht ins Bett gegangen ist.
Es gibt wesentlich bessere Hotels in Las Vegas in der gleichen Preisklasse. 2010 war ich im Luxor und 2013 im MGM Grand. Auch 2015 hat mich das renovierte Linq positiv überrascht. Eine Generalüberholung findet auch im Monte Carlo statt, da es in bester Lage zum neugebauten Eishockey-Stadion ist, wo ab Oktober 2017 die ihre Heimspiele in der Nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL austragen werden.

Gambling in Las Vegas

An Eishockey war bei 40 Grad im Schatten nicht zu denken. Stattdessen sorgten die Casinos mit ihren Klimaanlagen für eisige Verhältnisse. Man läuft statt einem Hitzeschock Gefahr sich eine Erkältung zu zuziehen, wenn man zulange spielt.
Am Tag der Ankunft verschlug es uns ins Hooters. An einem Blackjack-Tisch mit ein paar netten Leuten hatten wir bis 7 Uhr morgens Spaß. Erfolgreich war die erste Session nicht. Es war vielmehr eine Party mit vielen Bieren und Whiskey Sour.
Das Gewinnen vertagte ich auf einen anderen Tag. Doch allgemein war mir am Las Vegas Strip kein großer Gewinn vergönnt. Anders als in Downtown Las Vegas. Das erreicht man mit dem Deuce Bus oder dem SDX innerhalb von 30 Minuten. Hier gibt es nicht spektakuläre Casinos, doch diese bieten Blackjack Regeln an.
Die Regeln unterscheiden sich von Casino zu Casino und entscheiden über den Hausvorteil des Casino – also wie viel ein Spieler im Schnitt verliert. Die Casinos in Downtown bieten bessere Blackjack-Regeln an als am Touristen-verseuchten Strip.

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1200 Euro Gewinn an einem Abend

Jedenfalls ist Downtown ein besseres Pflaster zum Blackjack spielen. Das zeigen auch meine eigenen Erfahrungen. An einem legendären Abend verließ ich Downtown nach einem ca. 10-stündigen Blackjack-Marathon mit 1200 Euro Gewinn.
Der Startschuss fiel im Plaza Casino, das durch eine extrem starke Klimaanlage auf unter 20 Grad runter gekühlt wurde. Deswegen hielt ich es dort nicht lange aus. Ich setzte mich mit 100 Dollar an einen Blackjack-Tisch mit einem Mindesteinsatz von 25 Dollar. An diesen Tischen ist man meist sehr einsam, da der Großteil der Zocker an Tischen mit einem Mindesteinsatz von fünf oder zehn Dollar spielt. Man spielt also nur alleine gegen den Dealer. Eine Runde ist somit extrem schnell vorbei und man gewinnt oder verliert 25 Euro fast im Sekundentakt. Das ist schon ein richtiger Adrenalin-Kick. Vor allem, wenn man gewinnt. Das tat ich und in ca. 10 Minuten hatte ich 200 Dollar Gewinn gemacht. Das reichte mir und ich konnte es nicht erwarten aus dieser eisigen Höhle raus zu kommen.

Der zweite Halt führte mich ins El Cortez. Ein etwas schäbiges Casino, das aber durch seine guten Blackjack-Regeln sehr gut besucht ist.
Ich wurde nicht enttäuscht und konnte weitere 400 Dollar Gewinn verbuchen. Außerdem war der Getränke-Service ausgezeichnet. Man musste gar nicht bestellen, weil die Bedienung immer mit Bieren auf einem Tablett durch die Gegend lief.

Obwohl es schon weit nach Mitternacht war und ich bereits 600 Dollar gewonnen hatte, zogen wir weiter ins California Casino. Ich war dort noch nie und hatte anfangs auch keine gute Zeit. Nachdem ich 100 Dollar verloren hatte stempelte ich den Laden bereits vorschnell als „Shit hole“ ab.
Mit den nächsten 100 Dollar startete ich dann aber eine unglaubliche Siegesserie, die mir insgesamt weitere 600 Dollar Gewinn in die Taschen spülte.

Wenn mich jemand nach meiner Strategie fragt, muss ich sehr weit ausholen, was den Rahmen sprengen würde. Im Prinzip kommt es auf viel Erfahrung und Glück an. Man muss schon sehr viel Blackjack gespielt haben, damit man guten Gewissens 100 Dollar in einer Hand setzen kann und einen Verlust akzeptieren können.
Alles in Allem habe ich in der Woche in Las Vegas rund 500 Dollar Gewinn gemacht. Etwas weniger als die Reise zu finanzieren, aber mehr, als die meisten, die nach Las Vegas kommen. Im Schnitt verliert jeder Vegas Tourist 600 Dollar beim Spielen. Natürlich gibt es viele, die nicht viel riskieren. Diese werden aber von sogenannten High Rollern aufgewogen, die mehrere tausend Dollar in Vegas lassen.

High Roller?

„High Roller“ sind Spieler, die um hohe Einsätze spielen. Ich finde 25 Dollar für eine einzige Blackjack-Runde schon viel Geld. Ein High Roller setzt locker das 10 oder 100-fache.
Der „High Roller“ ist aber außerdem eine der besten Attraktionen in Las Vegas. Es ist ein fast 200 Meter hohes Riesenrad, das dem London Eye nachempfunden ist. Es gehört definitiv auf die To-Do-Liste eines Vegas-Trips.
Für rund 40 Dollar bekommt man auch einen Platz in einer Bar-Gondel. Dort kann man dann während des 30-Minütigen Umlaufes so viel trinken wie man will und hat dabei eine super Aussicht auf den Las Vegas Strip.
Die beste Zeit für den High Roller ist meiner Meinung nach zwischen 17 und 19 Uhr. In dieser Zeit bekommt man vergünstigte Preise und muss nicht in einer Warteschlange stehen.

Wer gut spielt, muss auch gut essen!

Direkt unter dem High Roller befindet sich seit kurzem eine Filiale von In-n-Out-Burger. Viele schwärmen von dessen Burgern in den höchsten Tönen und ich könnte dort täglich essen. Die Qualität der Burger ist nicht vergleichbar mit den hierzulande weit verbreiteten Fast-Food-Riesen mit dem goldenden M oder der Krone. Ein Insider-Tipp ist den Burger „Animal Style“ zu bestellen.

Konkurrenz macht dem In’n’Out Burger der Shake Shack Laden am New York New York. Ich hatte im richtigen New York vor ein paar Jahren im Original Shake Shack am Madison Square Garden den besten Burger, den ich je gegessen habe. Im Las-Vegas-Shack ist die Qualität nicht ganz so überragend gewesen aber es war immer noch ein sehr guter Burger.

Darf es ein Drink mehr sein?

Wer in Las Vegas etwas kostenlos will, der sollte sich die Cityzen-App aufs Handy laden. Damit bekommt man in fünf verschiedenen Bars jeden Tag ein Freigetränk. Dazu gehört die PBR-Rockbar am Planet Hollywood und das Rockhouse im Venetian. Über die App gibt auch einen „Open-Bar“ Gutschein für 25 Dollar. Damit bekommt man so viele Getränke, wie man will und kann dann beliebte Barspiele wie Beerpong oder Shuffleboard gegen andere spielen. Clubs und Poolpartys habe ich ausgelassen. Das überlasse ich den Jüngeren und Schöneren.

Golf in Las Vegas

Dafür war ich, wie es sich für einen über 30-Jährigen Familienvater gehört beim Golfspielen. Am Samstag morgen bei 40 Grad in Las Vegas war das eine so blöde Idee, dass es einfach nur gut war. Ohne jegliche Golfskills spielte ich neun kurze Bahnen auf einem Golfplatz südlich vom Las Vegas Strip (Taylor Made Experience). Der Platz ist alles andere als eine Oase, aber für Anfänger ok.

Mein bestes Ergebnis war eine Runde mit zwei Schlägen über Par. Damit war ich höchst zufrieden, da ich beim ersten Versuch nicht mal den Ball getroffen hatte. Insgesamt hat die Golf-Erfahrung rund 80 Dollar gekostet. Kann man mal machen, muss man aber auch nicht.

Vielleicht, weil ich schon so viel von Las Vegas gesehen hatte, war es mal eine willkommene Abwechslung zum Zocken.
Weitere Highlights aus meinen insgesamt fünf Vegas-Trips sind:

  • Silvester-Party in Las Vegas Downtown
  • Ausflug zum 30 Kilometer entfernten Hoover Damm
  • Show von David Copperfield im MGM Grand
  • Nacht-Flug mit dem Helikopter über den Las Vegas Strip

Der Pitboss fragt: Was sind eure Vegas-Highlights?

Teilt Radek eure Erfahrungen gerne mit und/oder kommentiert diesen Beitrag. Auf seiner Homepage findet ihr viele weitere Fakten rund um Las Vegas.

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Blackjackverbot für Ben Affleck

blackjackverbot-01Der bekannte Schauspieler Ben Affleck ist an den Casinotischen der allzu bekannten Glücksspielmetropole nicht mehr erwünscht. Ihm wird in einem Las Vegas Casino vorgeworfen, die Karten im Spiel gezählt zu haben. Er soll der Spielbank „einfach zu gut“ gewesen sein.

In dem Las Vegas Hotel/Casino Hard Rock, hat Ben Affleck ein Spielverbot an den Blackjacktischen bekommen. Dies berichteten bereits zahlreiche US-Medien, so auch CNN. Dabei wurde auch angegeben, dass die Informationsquellen dem Schauspieler sehr nahe stehen.

Anders als man es aus US-Casinofilmen kennt, wurde der 41-Jährige nicht von dem Security-Personal in den Keller geschleppt, um ihn über seine Fehler zu belehren. Ihm wurde nur gesagt, dass er „zu gut bei dem Spiel“ sei und er für die anderen Glücksspiele im Hard Rock Casino immer noch herzlich willkommen ist.

Scheinbar hatte das Casino die Vermutung bekommen, dass Ben Affleck die Karten beim Spiel mitzählt. Auch wenn diese Vorgehensweise nicht verboten ist, wird diese von den Casinos nicht gerne gesehen. Dies mag an den dadurch verschlechterten Chancen des Casinos liegen. Das Hard Rock Casino selbst äußerte sich nicht zu diesem Vorfall.

Der passionierte Pokerspieler, Ben Affleck, hatte zusammen mit seiner Frau Jennifer Garner einen kleinen Ausflug nach Las Vegas geplant. Dies geschah noch vor dem Beginn der Dreharbeiten des neuen „Man of Steel“. In dem Film verkörpert Affleck Bruce Wayne, der in diesem Film eine zweite Identität als Batman hat. Der „Hollywood Reporter“ berichtete bereits letzten Sommer darüber und gab auch an, dass ins diesem Film Batman und Superman zusammentreffen. 2013 war Affleck und dem US-Film „Runner Runner“ zu sehen. Dort spielte er einen fragwürdigen Online-Pokerspieler.

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