Las Vegas: Obdachlose werden von Straße verbannt

Neues aus Sin City: Obdachlose sind ab sofort im öffentlichen Raum teils nicht mehr geduldet. Jedenfalls dann, wenn sie dort auch nächtigen wollen. Bei Zuwiderhandlung drohen heftige Strafen.

Typische Szene in Las Vegas: Ein Obdachloser hofft am Strip auf Spenden

Die neue Verordnung verbietet explizit das Campen(schlafen) auf öffentlichen Straßen und Gehwegen. Damit soll der öffentliche Raum für die Bürger sicherer und angenehmer werden. Die aktuelle Verordnung, erlassen durch die Stadtverwaltung, tritt kurzfristig in Kraft. Nach einer Übergangsphase sollen dann ab Februar 2020 Vergehen auch konsequent geahndet werden. Obdachlose die dann weiterhin im öffentlichen Raum campieren, droht eine Geldstrafe bis zu 1.000 USD oder ersatzweise bis zu 6 Monate Haft. In der Realität dürfte es damit meistens auf eine Haftstrafe hinauslaufen.

Gültig ist die Verordnung für alle Wohnquartiere von Las Vegas und auch das Zentrum (mit Ausnahme ausgerechnet des Strips). Für den Fall, dass die städtischen Obdachlosenunterkünfte voll belegt sind, soll die neue Verordnung nicht angewendet werden. Immerhin eine nette Geste gegenüber den gesellschaftlich in allen Belangen benachteiligten Mitbürgern.

Obdachlosenproblem von enormem Ausmaß

In Las Vegas ist die Problematik nicht neu. Viele Menschen scheitern in der Hauptstadt des Glücksspiels. Die Folgen von Spielsucht, Drogenkonsum und einer Mischung weiterer privater Probleme führen oftmals zum Verlust der Bleibe. Am Ende steht das (Über)Leben auf der Straße.

Neben dieser Gruppe gibt es auch noch externe Obdachlose, die entweder in den kalten Monaten in das oft milde Las Vegas wandern, oder angelockt durch den enormen Reichtum der Stadt sowie die oft mildtätigen Touristen und Besucher ihr Glück dort versuchen wollen. Las Vegas Fans kennen die Problematik – ein Spaziergang am Strip wird in der Regel von häufigen aber auch meist freundlichen Ansprachen durch Bettler bzw. Obdachlose begleitet.

Eine weitere Problemgruppe sind die Einwanderer aus Latein- bzw. Südamerika. In den letzten Jahren konnte man häufig beobachten, dass diese Gruppe wild im öffentlichen Raum campiert. Nicht ganz ohne Grund: Früh morgens verlassene die Bewohner ihre Zelte und warten teils stundenlang am Straßenrand auf einen Job als Tagelöhner. Ein berüchtigtes Beispiel für solche öffentlichen Zeltlager war in den letzten Jahren der nördliche Teil der Main Street im District North Las Vegas. Wer beispielsweise ab dem Plaza in Downtown Richtung Las Vegas Paiute Reservat mit dem Auto fuhr, sah wie sich am Straßenrand Zelt an Zelt reihte.

Neue Verordnung stößt auf Kritik

Bürger und Menschenrechtler kritisieren die neue Regelung. Sie sei ein weiterer Versuch einen Teil der Bevölkerung von Las Vegas abzudrängen. Ganz falsch ist das nicht: Schon in der Vergangenheit gab es von Seiten der Stadtverwaltung zahlreiche Versuche, Obdachlose aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben. Maßnahmen wie Platzverweise und die Streichung von öffentlichen Zuwendungen gehörten ebenso dazu, wie die Androhung des ehemaligen Bürgermeisters Oscar Goodman. Dieser wollte alle Obdachlosen aus der Stadt eskortieren und in ein Gefängnis in der Wüste Nevadas verbannen.

Der Pitboss meint: Auch die Armut begleitet uns alle bei Aufenthalten in Las Vegas. Den Armen einen Teil zu geben ist menschlich und mehr als angebracht. Insbesondere wenn man bedenkt, wie viel Geld wir Touristen vor Ort ausgeben oder geradezu verschleudern.

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